Diskriminierung erkennen, sensibilisieren, handeln
Wie können zukünftige Mediziner besser auf den Umgang mit Diskriminierung und Hass vorbereitet werden? Ein Team der Universität Duisburg-Essen (UDE) geht dieser Frage in einem fakultätsübergreifenden Gemeinschaftsprojekt nach.
Im Mittelpunkt der Forschungsfragen stehen Rassismus und Sexismus sowie die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Diskriminierende Handlungen, Äußerungen oder Strukturen beinträchtigen Studium und praktische Ausbildung – besonders für Studierende mit Migrationshintergrund oder aus nicht-akademischen Familien. Um Risiken während des Studiums und der praktischen Ausbildung besser zu erfassen, führt das Forschungsteam Befragungen durch und analysiert bestehende Lehrkonzepte. Im Zuge des Vorhabens entwickelt das Team der UDE praxisnahe Konzepte, die sich in Studiengänge integrieren lassen. „Am Ende sollen Mediziner und Lehrende während ihrer Ausbildung besser und professioneller für Diskriminierung sensibilisiert werden und Handlungsempfehlungen erhalten“, sagt Dr. Eva Willmann, Beauftragte für Studierende der Medizin mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, an der Medizinischen Fakultät der UDE. Im Projekt „Diskrit – Diskriminierungskritische Professionalisierung im Medizin- und Lehramtsstudium“ untersucht Willmann unter anderem, wie diskriminierende Lehrinhalte, veraltete oder unethische Begrifflichkeiten, problematische Interaktionsverhältnisse und organisatorische Strukturen die Ausbildung prägen. Berücksichtigt werden auch Beschwerdestellen oder diskriminierungskritische Curricula. Die ärztliche Leiterin des Skillslab an der UDE, Dr. Cynthia Szalai, widmet sich in ihrem Arbeitspaket der Sensibilisierung von Medizinstudierenden für diskriminierende Praktiken im Umgang mit Patienten. Sie erforscht, wie unbewusste Vorurteile die Versorgung von Erkrankten beeinflussen können. Ihr Ziel ist es, Studierende auf mögliche Vorurteile aufmerksam zu machen und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie diskriminierendes Verhalten unterbinden können.
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