Hochspannungs-Erfahrung

BMW i5 eDrive40 Touring

Elektromotor: max. Leistung 250 kW/340 PS, max. Drehmoment 430 Nm
Reichweite lt. WLTP: bis zu 602 km
Testreichweite: 500 km
Batterie: Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Akku (NMC)
nominal/nutzbar: 83,9/81,2 kWh
Kraftübertragung: Hinterradantrieb

Maße und Gewichte:

L/B/H in mm: 5.060 /1.900/1.505
Radstand in mm: 2.995
Leergewicht in kg: 2.255
Fahrleistung: 0-100 km/h in 6,1 sek.
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h

Preis: ab € 69.852,-

BMW ist eine der Marken, die bei der E-Mobilität alles richtig zu machen scheinen. Vielleicht, weil die Münchener nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern lieber ihre Stammtugenden ins Elektrofach übertragen. Der i5 Touring verbindet dafür anspruchsvolle Lösungen mit maximaler Praxistauglichkeit.

 

Der 5er ist seit nunmehr sieben Baureihen eines der zentralen Modelle von BMW. Er steht stellvertretend für das, was die Marke ausmacht, und gilt seit jeher als Hort der feinen Reihen-Sechszylinder. Komfort ist ebenso sein Metier wie Sportlichkeit, sein großzügiges Platzangebot empfiehlt den Touring, also die Kombi-Variante, dazu als echten Raumgleiter. Seit Ende 2023 steht ihm erstmals ein elektrisches Pendant zur Seite, das sich äußerlich nur in einigen Designdetails von den Benzin- und Dieselbrüdern unterscheidet. Womit auch schon eines der Geheimnisse, warum die E-Modelle von BMW auf dem Markt wohl gut ankommen, gelüftet ist: Nur wenigen ist es noch wichtig, auf der Straße zwanghaft als Elektrofahrer herauszustechen – gediegener BMW Look steht hingegen fast jedem gut.

Neue Werte, alte Tugenden

340 PS bringt unser Testwagen, der i5 eDrive40, auf die Straße. Das klingt für ein Einsteigermodell recht üppig – selbst bei BMW. Allerdings muss er batteriebedingt mit 2,26 Tonnen rund 300 Kilo mehr Gewicht stemmen als der vergleichbare Benziner oder Diesel, das würde mit homöopathischen Kraftdosen nicht klappen. Die vielen Pferde dienen statt bloßer Kraftmeierei also einfach solidem Vortrieb und am Ende liegen hochdynamische 6,1 Sekunden für den Hundertsprint an. Was das Benutzerleben angeht, setzt BMW auf Kontinuität: Das Stromer-Cockpit ist praktisch identisch mit denen der Vier- und Sechszylinder, Umsteiger brauchen weder Einschulung noch Bedienungsanleitung. Den Mix aus modernem Layout mit Panoramabildschirm samt aufwendiger Grafik und feiner Verarbeitungstradition fügt die jüngste Baureihe neu hinzu.

Freude am Fahren

Der fachkundige Arzt am Steuer ist diesmal Dr. Matthäus Ratschew, Zahnarzt in Baden bei Wien. Das Interesse für Autos hat in seiner Familie Tradition, wie die Präsidentschaft von Vater Claudius beim ärztlichen Mobilitätsklub AMKO belegt. Beim Treffen für die gemeinsame Testfahrt und Benzin-..., Verzeihung, in diesem Fall natürlich Volt-Gespräche, liegen bereits einige Tage mit dem i5 hinter ihm. Vor knapp 13 Jahren hat er den L17-Führerschein mit einem BMW 5er erfahren. Und jetzt – alles anders, so ganz ohne Zylinder? „Der BMW ist das erste Elektromodell, das ich länger fahre. Er hat ein ausgezeichnetes Anfahrverhalten, viel dynamischer als ein Benziner“, fällt Ratschew ein durchaus positives Urteil. Und wie ist das nun mit dem Extragewicht in der Praxis? „In engen Kurven fällt auf, dass er schwer ist. Auf der Autobahn aber gar nicht, es wird durch die Leistung und das ausgezeichnete Fahrwerk kompensiert.“


Sound, aber anders

Der fehlende Motorenklang gehört zu den Hauptkritikpunkten an der E-Mobilität. Wie steht der autobegeisterte Arzt dazu? Durchwegs lobend: „Bei einem Sportwagen würde es mich stören, wenn er keinen Klang mehr hat. Bei einem Kombi, SUV oder einer Limousine ist das für mich weniger wichtig. Ich finde diesen Elektroklang des i5 recht angenehm, er klingt wirklich dynamisch. Das hat mich überrascht, weil es überhaupt kein langweiliges emotionsloses Fahren ist.“ BMW hat auf dieses Detail übrigens viel Wert gelegt und dafür sogar Hollywood-Soundtrack-Zauberer Hans Zimmer engagiert – mit Erfolg, wie man hört.


Innere Werte

Und wie sieht es mit dem Cockpiterlebnis aus? Kommt die doch recht moderne Lösung gut an? Es scheint so. „Was ich ausgezeichnet finde, sind die Leuchtleisten mit dem dynamischen Übergang zwischen den Farben, auch die Verarbeitung gefällt mir außerordentlich gut, besonders die Kontrastnähte.“ Währenddessen steuert Ratschew den großen BMW entspannt aus den engen Gassen Badens hinaus über weit geschwungene Landstraßen. Er hat sich eindeutig tadellos zurechtgefunden in der digitalen Bedienwelt, jeder Handgriff sitzt. Wie sah es denn mit der Reichweite aus, der ewige Knackpunkt der E-Mobilität? Gut 500 Kilometer waren mit einer Ladung drin, etwas weniger als der WLTP-Wert – aber bei den winter­lichen Temperaturen eine aus­gezeichnete Leistung für ein Auto dieser Größe.


Entscheidungsfaktor

Also Topbewertung bei den Fahreigenschaften, Emotionalität, Reichweite und dem Leben an Bord. Es spricht also alles für den Wechsel ins Elektrofach, oder? Die Antwort fällt positiv pragmatisch aus. „Bei einem E-Auto würde ich am ehesten ein SUV Coupé wählen, vergleichbar etwa mit einem X6. Aus dem könnte man ruhig ein E-Modell machen. Mit einem zweiten Auto im gleichen Haushalt hat man dann jederzeit alle Optionen offen. Ladeinfrastruktur daheim wäre aber Bedingung für mich.“

sp


fotoS: STEFAN PABESCHITZ
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Erfrischend anders