Mehr Auswahl für Käufer in Graz
Anders als in anderen heimischen Ballungszentren ist das Angebot in der steirischen Landeshauptstadt weniger knapp bemessen. Auch was neue Wohnprojekte betrifft.
Nachdem es in den vergangenen beiden Jahren etwas ruhiger zur Sache gegangen war, wird am Immobilienmarkt in Graz und Graz-Umgebung heuer wieder eine lebhaftere Entwicklung erwartet. Für die Immobilienprofis von Engel & Völkers hat sich das Ende 2024 abgezeichnet, als bedingt durch die verbesserte Zinssituation die Zahl der Kaufinteressenten wieder gestiegen ist. „Hochwertige Immobilien, besonders in attraktiven Lagen, stehen nach wie vor im Fokus“, erklärt der Geschäftsführer von Engel & Völkers Steiermark, Jurica Puljic, was potenzielle Käufer suchen. Gefragt waren zuletzt sowohl Eigentumswohnungen als auch Ein- und Zweifamilienhäuser. Ärzte, die sich für eine Eigentumswohnung in der Steiermark interessieren, müssen dafür im Durchschnitt 3.000 Euro/m2 auf den Tisch legen. Etwas mehr ist es mit 3.367 Euro/m2 in Graz. Dass der durchschnittliche Preis für Ein- und Zweifamilienhäuser in der Steiermark Ende 2024 erstmals seit zwei Jahren wieder über 300.000 Euro lag, ist für Puljic jedenfalls ein positives Zeichen für eine Markstabilisierung. Auch in diesem Segment müssen Ärzte im Übrigen in Graz mit 535.000 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen als anderswo in der „grünen Mark“.
Positiv für Immobiliensuchende: Das Angebot soll heuer in der ganzen Steiermark steigen. In guten Grazer Lagen stehen etwa etliche Häuser zum Verkauf, die zwischen 1960 und 1980 erbaut wurden. Im Neubaubereich ist das Angebot derzeit überschaubarer. Wie auch in anderen heimischen Ballungszentren werden weniger Wohnbauprojekte abgeschlossen. 2024 wurden etwa 1.740 Wohnungen fertig, und damit um -43 % weniger als im Jahr davor. Anders als anderswo in Österreich kann das Angebot in der steirischen Landeshauptstadt jedoch den Bedarf decken – auch was das Bevölkerungswachstum betrifft.
Wohnungsangebot steigt
2025 soll das Wohnungsangebot in Graz sogar um rund 6 % steigen. Der Hintergrund: Die Realisierung großvolumiger Projekte wie des Messequadrats mit 571 Wohnungen neben der Grazer Messe. „Die ausreichende Versorgung spiegelt sich auch in der Höhe der Mieten wider. Demgemäß steht die Spitzenmiete aktuell bei – im Vergleich zu anderen Städten moderaten – 13,70 Euro/m2 im Monat“, so Sigrid Filzmoser, Standortleiterin des Immobiliendienstleisters CBRE in Graz. Das stabile Angebot führt die Expertin auf den hohen Anteil an verkauften Anlegerwohnungen, die dem Mietmarkt zugeführt werden, zurück. Diese kosten im Durchschnitt 5.000 Euro/m2.
Im Grazer Umland machen Experten in allen Gemeinden ein steigendes Angebot aus, vor allem, was Eigentumswohnungen betrifft. Objekte in ungünstigeren Lagen mit schlechter Ausstattung und Sanierungsbedarf seien unter Immobiliensuchenden allerdings weniger begehrt. Hier müssten Verkäufer mit Preisreduktionen von rund -10 % rechnen.
In der Weststeiermark können Ärzte, die eine Immobilie suchen, aus einem größeren Angebot an Wohnungen als an Häusern schöpfen. Das trifft laut den Experten von RE/MAX Nature vor allem auf Gröbming und Trieben und weniger auf die Gegend rund um Schladming oder Liezen zu. Alles andere als nachgelassen hat der Appetit auf Zweitwohnsitze in der Weststeiermark. Zum Beweis: Allein in den letzten Jahren sind die Preise von zweitwohnsitzfähigen Immobilien um +15 % gestiegen.
pb
FotoS: engel & Völkers, Starcevic